· 

Zinsbindungsfrist und Sollzinsbindung

Allein der Wunsch nach der Traumimmobilie genügt nicht für eine gesicherte Baufinanzierung. In unserem Bauspar-ABC wollen wir euch den ein oder anderen wichtigen Begriff erklären, damit ihr auch im Beratungsgespräch vorbereitet seid und eure Immobilienfinanzierung über den üblichen langen Zeitraum gut und vor allem sicher geplant ist.

Heute geht es um die Sollzinsbindung und Zinsbindungsfrist. Zwei Begriffe, die im Beratungsgespräch gern benutzt werden, aber den Laien in den meisten Fällen nur verwirren.

 

Eine Immobilienfinanzierung ist oft die größte Investition im Leben. In den meisten Fällen wird ein Darlehen benötigt. Im Kreditvertrag wird der vereinbarte Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum unabhängig vom Kapitalmarkt festgeschrieben ist. Diesen Zeitraum beschreibt die Zinsbindungsfrist. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Zinssatz daher weder steigen noch sinken. So sichert ihr euch gegen ungünstige Zinsentwicklungen auf dem Kapitalmarkt ab

Ein Tipp: Lange Zinsbindung vereinbaren

Zinsbindungsfristen können unterschiedlich lang sein. Üblich sind zwischen 10 und 15 Jahre. Beim aktuell niedrigen Zinsniveau ist eine längere Zinsbindung sinnvoll, um sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Vereinbart ihr nur eine kurzfristigere Zinsbindung, spart ihr euch momentan 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte an Zinsen – riskiert aber, dass das Zinsniveau nach Ablauf höher liegt. Bei den aktuell niedrigen Zinsen sind langfristige Verträge sinnvoll, bei höheren Zinsen sollten grundsätzlich eher kürzere Laufzeiten vereinbart werden.

 

Momentan besteht eine solche Niedrigzinsphase. Eine seriöse langfristige Einschätzung, wie lange sie noch anhält, kann jedoch niemand abgeben. Experten raten wie schon gesagt dazu, eine längere Zinsbindungsphase festzuschreiben, um sich vor steigenden Zinsen zu schützen. Auch – und besonders – in einer Niedrigzinsphase ist eine langfristig solide Finanzierungsstrategie wichtig. Eine gute Basis bilden 20 bis 30 Prozent Eigenkapital. Dazu zählen auch Bausparguthaben. Der Rest kann über Bauspar- und Immobiliendarlehen finanziert werden. Wer zusätzlich die staatliche Förderung wie Wohnungsbauprämie und Wohn-Riester-nutzt, ist schneller schuldenfrei und spart viel Geld.

 

Innerhalb der Zinsbindungsfrist gilt auch die Sollzinsbindung. Das bedeutet, in dieser Zeit ist das Darlehen an den vereinbarten Sollzins gebunden und nicht variabel. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Bauzinsen umso niedriger sind, je kürzer die Dauer die Sollzinsbindung gewählt wird. Demzufolge: Je länger die Sollzinsbindung gewählt wird, desto höher fällt in der Regel der individuell festgesetzte Zins aus. Trotzdem solltet ihr abwägen und langfristig planen, um eine optimale Finanzierung zu gestalten. Unser Rat bleibt: lange Zinsbindung!

 

Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist wird in den meisten Fällen eine Anschlussfinanzierung

erforderlich. Lest hierzu später weiter.

Noch ein Tipp: Höhere Tilgung wählen

Darlehensnehmer sollten die niedrigen Zinsen dazu nutzen, eine höhere Tilgung zu vereinbaren. Das beschleunigt die Rückzahlung und reduziert die Gesamtkosten des Kredits. Mit einer höheren Tilgungsrate als den mindestens geforderten ein Prozent ist die Restschuld am Ende der Zinsbindungsfrist geringer und damit die Anschlussfinanzierung günstiger.

Nicht vergessen: Anschlussfinanzierung

Auch wenn es immer noch lange hin scheint, behaltet eure Anschlussfinanzierung rechtzeitig im Auge.

 

In der Regel ist die Immobilie am Ende der Zinsbindungsfrist noch nicht abbezahlt und der Eigentümer benötigt eine Anschlussfinanzierung zu den dann geltenden Konditionen. Viele Berater sprechen auch davon, dass die Sollzinsbindung demnächst ausläuft. Lass euch also nicht von den Begrifflichkeiten verwirren. Fehlt auch euch noch Geld, dann solltet ihr euch rechtzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Denn noch erhaltet ihr es derzeit zu besonders günstigen Konditionen. Eine besondere Form des Festzinsdarlehens ist das Bauspardarlehen. Hier wird der Zinssatz für die gesamte Darlehenslaufzeit festgelegt ist. Eine Kombinationsfinanzierung aus Bausparvertrag und Vorfinanzierungskredit kann lange Laufzeiten von bis zu 30 Jahren abbilden - mit sicheren Zinsen von der ersten bis zur letzten Rate. 

 

Wer vorausdenkt ist, kann sich die aktuell niedrigen Zinsen für die nächsten Jahre sichern. Wir verraten euch in einem der nächsten Beiträge, wie das geht und was der Unterschied zwischen Prolongation, Forward-Darlehen und Umschuldung ist.

Kleiner Geheim-Tipp zum Schluss

Wer den Zins auf 15 Jahre und länger bindet, kann trotzdem nach zehn Jahren auf günstigere Bedingungen umsteigen, sofern er es ein halbes Jahr vorher ankündigt.

  

Zu all euren Fragen rund ums Bausparen und Finanzieren ist unser Berater-Team für euch da.