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Das neue Gebäudeenergiegesetz

Heute möchten wir euch über das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) informieren. Es gilt ab 1. November 2020. Die Nachricht für Bauherren vorab: Es gibt kaum Änderungen beim Neubau und nur einige neue Vorgaben für Altbauten.

Wichtig zu wissen: Was ist das GEG?

Das Gebäudeenergiegesetz macht Vorgaben zur energetischen Sanierung sowie zu den energetischen Anforderungen an Bestandsgebäuden und Neubauten. Es hat das Ziel, den Energieverbrauch in Gebäuden zu reduzieren und gleichzeitig die Nutzung von erneuerbaren Energien zur Produktion von Wärme, Kälte und Strom zu unterstützen.
Das neue Gesetz verbindet Energieeinsparverordnung (EnEV), Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Diese werden dann ab 1. November 2020 außer Kraft gesetzt.

 

Das GEG 2020 fasst teilweise gesetzliche Regelungen zum Hausbau, zur Modernisierung und der Nutzung erneuerbarer Energien zusammen. Die Vorgaben für Neubauten werden aus der EnEV übernommen. Leider finden Bauherren keine Vereinfachungen. Die wichtigste Verbesserung betrifft den Strom aus erneuerbaren Energien. Er darf künftig besser bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs angerechnet werden. Weitere Neuregelungen betreffen den Hauskauf und die Haussanierung.

 

Überblick zu den Neuerungen

Hier fassen wir für euch die wichtigsten Punkte einmal zusammen.

1. Neue Regelungen für Heizungen

Wird in einem Gebäude die Heizung mit festem, fossilem Brennstoff, zum Beispiel Kohle, ausgetauscht, darf sie ab 2026 nur noch dann eingebaut werden, wenn der Energiebedarf des Hauses anteilig auch durch erneuerbare Energien gedeckt wird. So sind weiterhin auch Hybridheizungen möglich, die beispielsweise eine Ölheizung mit Solarthermie oder mit einer Wärmepumpe verbinden.

In neu errichteten Wohngebäuden ist die Pflicht zur zumindest anteiligen Nutzung der erneuerbaren Energien bereits jetzt vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es jedoch, wenn beispielsweise kein Gas- bzw. Fernwärmeanschluss hergestellt werden kann.

2. Verpflichtende Energieberatung

Wird ein Wohnhaus verkauft, müssen der Verkäufer oder der beauftragte Makler künftig eine Energieberatung anbieten. Eine verpflichtende Energieberatung durch einen Energieberater ist nun auch bei Bestandsimmobilien notwendig, wenn umfassend im Sinne des GEG energetisch saniert werden soll.

3. Änderungen beim Energieausweis

Einen Energieausweis muss nicht mehr nur der Eigentümer, sondern auch der beauftrage Makler vorlegen. In der zum Verkaufsangebot gehörigen Anzeige müssen bereits bestimmte Pflichtangaben enthalten sein. Neu ist, dass künftig auch Handwerker das Dokument ausstellen dürfen. Für alle Aussteller gelten grundsätzlich strengere Vorgaben.

4. Modellgebäudeverfahren für neue Wohngebäude

Das bislang gültige Anforderungsniveau an Neubauten (Niedrigstenergiegebäudestandard) wird nicht angehoben. Es gelten die EnEV-Anforderungen für Effizienzhäuser.

 

5. Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Für Immobilieneigentümer, die ihr Haus energetisch sanieren, ist eine steuerliche Förderung vorgesehen Gleichzeitig werden die derzeitigen Zuschüsse zum Erreichen des Effizienzhausniveaus angehoben.

6. Innovationsklausel

Das GEG sieht auch eine Innovationsklausel vor. Diese ist vorerst lediglich bis zum Jahr 2023 gültig und ermöglicht in zwei Punkten innovative Lösungen. Zum einen genügt der Nachweis der Einhaltung des zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs, alternativ wird die Begrenzung der Treibhausgasemissionen betrachtet. Zum anderen ist es bis Ende 2025 möglich, bei Anpassungen im Bestand Gebäudemehrheiten, sogenannte Quartiere, zu betrachten.

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Nutzt unbedingt auch die staatlichen Fördermittel, die beispielsweise für den Heizungsaustausch von der KfW Förderbank und auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereitgestellt werden.

Autor: Gastbeitrag von Ariane Greiner

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